Nr.15 Mit dem Rollstuhl durch Villa Gesell
Rosemarie Mueller-Wortmann Villa Gesell Argentinien
Unser Badeort hat ungefähr 40 000 ständige Einwohner und in der Sommersaison das Vielfache an Touristen. Doch man sieht höchst selten, eigentlich nie einen Rollstuhl oder einen Rollator. Villa Gesell ist keine Stadt für Behinderte. Warum?
Unser „Fundador (Gründer) Carlos Gesell hat bei der Anlage der Straßen, hauptsächlich hier im Norden, wo die Stadtgründung ihren Anfang nahm, sehr darauf geachtet, dass sich die Straßen um die begrünten Dünen herum ihren natürlichen Weg bahnen, was auch einen hübscheren Anblick bietet.
Allerdings bildete sich eine Hauptstraße parallel zum Meer, die auf die Dünen wenig Rücksicht nehmen konnte. Sie wurde das Zentrum und die lange gewellte Schlagader des Ortes, und deshalb auch zuerst planiert und asphaltiert. Dort siedelten sich die drei Banken an, die meisten Geschäfte und viele Restaurants und Cafés. Da ist besonders im Sommer ein buntes Treiben und ein mitten auf die Straße gepflanzter großer Araukarien-Baum gibt der Hauptstraße im Zentrum eine besondere Note.
Bei der Planierung der Straße ergab sich allerdings ein besonderes Problem. Der Bürgersteig ist fast überall viel höher als die Straße und meist ist er nur durch Stufen erreichbar, selten ebenerdig. Ein Einkaufsbummel ist also recht abwechslungsreich, oft mühselig und für Behinderte ganz unmöglich.
Vor einiger Zeit hat sich die Stadtverwaltung also bemüht, das zu ändern. Es entstanden an mehreren Stellen Rampen, aber manchmal endet eine solche Rampe genau vor einem Laternenpfahl oder ein Sandhaufen versperrt den Weg. Oft endet die Rampe auf der Straße, weil der Weg dann für einen Rollstuhl zu schmal wird. Dann muss man dort die vielen Autos auf sich aufmerksam machen.
Ich habe es ausprobiert. Bis zur Asphaltstraße ist es mit dem Rollstuhl, vor allem für den „Schieber“ ein schwerer Kampf mit Sand, Kieselsteinen und Stufen.
Danach ist man auf der Hauptstraße und kämpft mit den vielen verschiedenen anderen architektonischen Barrieren, bis man sich fragt, ob einer von der Stadtplanung es je selbst einmal versucht hat? Sicher nicht.
Ich jedenfalls unternehme diese Odyssee nicht noch einmal.
Und so bleibt man, falls behindert, in Villa Gesell am besten mit dem Rollstuhl zu Hause.
Unser Badeort hat ungefähr 40 000 ständige Einwohner und in der Sommersaison das Vielfache an Touristen. Doch man sieht höchst selten, eigentlich nie einen Rollstuhl oder einen Rollator. Villa Gesell ist keine Stadt für Behinderte. Warum?
Unser „Fundador (Gründer) Carlos Gesell hat bei der Anlage der Straßen, hauptsächlich hier im Norden, wo die Stadtgründung ihren Anfang nahm, sehr darauf geachtet, dass sich die Straßen um die begrünten Dünen herum ihren natürlichen Weg bahnen, was auch einen hübscheren Anblick bietet.Allerdings bildete sich eine Hauptstraße parallel zum Meer, die auf die Dünen wenig Rücksicht nehmen konnte. Sie wurde das Zentrum und die lange gewellte Schlagader des Ortes, und deshalb auch zuerst planiert und asphaltiert. Dort siedelten sich die drei Banken an, die meisten Geschäfte und viele Restaurants und Cafés. Da ist besonders im Sommer ein buntes Treiben und ein mitten auf die Straße gepflanzter großer Araukarien-Baum gibt der Hauptstraße im Zentrum eine besondere Note.
Bei der Planierung der Straße ergab sich allerdings ein besonderes Problem. Der Bürgersteig ist fast überall viel höher als die Straße und meist ist er nur durch Stufen erreichbar, selten ebenerdig. Ein Einkaufsbummel ist also recht abwechslungsreich, oft mühselig und für Behinderte ganz unmöglich.Vor einiger Zeit hat sich die Stadtverwaltung also bemüht, das zu ändern. Es entstanden an mehreren Stellen Rampen, aber manchmal endet eine solche Rampe genau vor einem Laternenpfahl oder ein Sandhaufen versperrt den Weg. Oft endet die Rampe auf der Straße, weil der Weg dann für einen Rollstuhl zu schmal wird. Dann muss man dort die vielen Autos auf sich aufmerksam machen.
Ich habe es ausprobiert. Bis zur Asphaltstraße ist es mit dem Rollstuhl, vor allem für den „Schieber“ ein schwerer Kampf mit Sand, Kieselsteinen und Stufen.
Danach ist man auf der Hauptstraße und kämpft mit den vielen verschiedenen anderen architektonischen Barrieren, bis man sich fragt, ob einer von der Stadtplanung es je selbst einmal versucht hat? Sicher nicht.
Ich jedenfalls unternehme diese Odyssee nicht noch einmal.
Und so bleibt man, falls behindert, in Villa Gesell am besten mit dem Rollstuhl zu Hause.

das erinnert mich an meinen Nachbarort Wolfratshausen. Alle Gehwege wurden gepflastert, aber AUF den alten Belag. Wenn man nun mit Rollator, oder erst recht mit Rollstuhl die Straße überqueren will muß man zum nächsten Fußgänerüberweg und der ist von allen Seiten schwer zu erreichen.
AntwortenLöschenIch mag schon nicht mehr rein in die Staddt. Eigentlich schade!
Da kann nur hoffen, dass die Stadtväter mal nachdenken. Die Menschen werden doch immer älter, auch bei euch...
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