13. Gedanken über die Muttersprache
Rosemarie Mueller-Wortmann Villa Gesell Argentinien
Klar, Muttersprache, das ist die Sprache, die man von Kindheit an von der Mutter gelernt hat und meist ist es die Sprache, die man am besten kann. Oft lernt man eine Zweitsprache in der Schule, oder vom Vater, vom Ehemann oder man zieht in ein anderes Land und spricht die Landessprache manchmal nach gewisser Zeit oft besser als die Muttersprache.
In meiner Familie, in die mehrere anderssprachige Ehepartner hineingeheiratet haben, ist das Polyglotte fast normal, bei einer Enkelfamilie aber besonders kompliziert, denn sie wohnt in Chamonix, an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Der Enkel spricht gut verschiedene Sprachen und mit seiner Frau, einer Polin, nur Englisch. Natürlich spricht die junge Mutter mit ihrem fast zweijährigen Söhnchen Polnisch, die Muttersprache für das Kind, der Vater spricht Spanisch mit ihm, in seiner Muttersprache. Demnächst kommt das zweite Pölchen. Schwierig wird dann Kindergarten und Schule. Da wird Französisch gelehrt, egal ob in einer Schweizer oder französischen Einrichtung, denn dort grenzt die französische Schweiz an Frankreich. Ich versuche mir die babylonische Sprachverwirrung in dieser kleinen Familie vorzustellen, doch vermutlich werden sie sich wohl mit der Zeit auf eine Familiensprache einigen.
Aber ich, nein wir, einige andere Betagte aus unserem Freundeskreis und ich, beobachten ein anderes Phänomen. Je nach Umgebung, Sprachbegabung und Umgang, sprechen wir im Alter immer mehr unsere Muttersprache, also Deutsch, und immer schlechter Spanisch, das wir doch immerhin ganz gut beherrschten. Warum? Wer weiß? Das ist wohl auch kaum mehr rückgängig zu machen.
So soll es nämlich dem berühmten Einstein auch gegangen sein. Er selbst habe im Exil in den USA nie ein gutes Englisch gelernt. Nach einer Anekdote soll er einmal mit einem russischen Forscher, der auch nur mäßig Englisch sprach, vor einer Gruppe Studenten über ein höchst diffiziles Problem gestritten haben, was für die Beteiligten nicht nur wissenschaftlich hochinteressant, sondern auch höchst amüsant gewesen sein soll, denn beide Gelehrten waren der Meinung, sie sprächen Englisch…
Einsteins letzte Worte sollen übrigens in deutscher, seiner Muttersprache, gesprochen worden sein und niemand in seiner Umgebung habe sie verstanden. Vielleicht ist der Nachwelt etwas ungeheuer Wichtiges entgangen?
Klar, Muttersprache, das ist die Sprache, die man von Kindheit an von der Mutter gelernt hat und meist ist es die Sprache, die man am besten kann. Oft lernt man eine Zweitsprache in der Schule, oder vom Vater, vom Ehemann oder man zieht in ein anderes Land und spricht die Landessprache manchmal nach gewisser Zeit oft besser als die Muttersprache.
In meiner Familie, in die mehrere anderssprachige Ehepartner hineingeheiratet haben, ist das Polyglotte fast normal, bei einer Enkelfamilie aber besonders kompliziert, denn sie wohnt in Chamonix, an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Der Enkel spricht gut verschiedene Sprachen und mit seiner Frau, einer Polin, nur Englisch. Natürlich spricht die junge Mutter mit ihrem fast zweijährigen Söhnchen Polnisch, die Muttersprache für das Kind, der Vater spricht Spanisch mit ihm, in seiner Muttersprache. Demnächst kommt das zweite Pölchen. Schwierig wird dann Kindergarten und Schule. Da wird Französisch gelehrt, egal ob in einer Schweizer oder französischen Einrichtung, denn dort grenzt die französische Schweiz an Frankreich. Ich versuche mir die babylonische Sprachverwirrung in dieser kleinen Familie vorzustellen, doch vermutlich werden sie sich wohl mit der Zeit auf eine Familiensprache einigen.
Aber ich, nein wir, einige andere Betagte aus unserem Freundeskreis und ich, beobachten ein anderes Phänomen. Je nach Umgebung, Sprachbegabung und Umgang, sprechen wir im Alter immer mehr unsere Muttersprache, also Deutsch, und immer schlechter Spanisch, das wir doch immerhin ganz gut beherrschten. Warum? Wer weiß? Das ist wohl auch kaum mehr rückgängig zu machen.
So soll es nämlich dem berühmten Einstein auch gegangen sein. Er selbst habe im Exil in den USA nie ein gutes Englisch gelernt. Nach einer Anekdote soll er einmal mit einem russischen Forscher, der auch nur mäßig Englisch sprach, vor einer Gruppe Studenten über ein höchst diffiziles Problem gestritten haben, was für die Beteiligten nicht nur wissenschaftlich hochinteressant, sondern auch höchst amüsant gewesen sein soll, denn beide Gelehrten waren der Meinung, sie sprächen Englisch…
Einsteins letzte Worte sollen übrigens in deutscher, seiner Muttersprache, gesprochen worden sein und niemand in seiner Umgebung habe sie verstanden. Vielleicht ist der Nachwelt etwas ungeheuer Wichtiges entgangen?


Interessant. Ich bin ja sogar der Meinung dass wir unseren Dialekt pflegen. Klar dass ich im öffentlichen Leben Hochdeutsch spreche, aber sonst? Wie sagen meine Kinder: Du sprichtst ein gepflegtes Bayrisch!
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