7. Nahrungsmittel-Archäologie

Rosemarie Mueller-Wortmann

Nahrungsmittel-Archäologen sind Leute, die genauso kochen und leben wie vor 500 Jahren üblich. Na ja! Geschmackssache!

Leicht abgewandelt ist das mein Schwiegersohn aus Italien allerdings auch. Wenn er zu mir nach Argentinien kommt, geht er zuerst einmal durch  meinen  Nahrungsmittel-Schrank und untersucht die  Haltbarkeitsdaten des gesamten Inhalts.


In Argentinien heißt das „Vencimiento“. Sind sie überschritten, verschwinden die Gläser, Tüten, Tuben oder Dosen gleich in den Müll, trotz meines leisen Protestes, dass, nach Internetbefragung die Nahrungsmittel ein paar Tage darüber kaum einen  Einfluss auf die Qualität der Ware hätten, und ich nicht ständig mit der Lupe unterwegs sein könnte.
Die Produkte werden kommentarlos entsorgt.

Dabei handelt es sich bei mir nicht um solche Auswüchse, wie ich kürzlich bei dem in Deutschland lebenden Schriftsteller Jan Weiler las, der im Hause seiner Schwiegermutter noch Produkte fand, die mit D- Mark ausgezeichnet waren und aus Geschäften stammten, die schon vor Jahrzehnten nicht mehr existierten.

Außerdem fand er im Keller seiner Oma ganz versteckt und verstaubt noch ein Glas selbstgemachter Marmelade mit einem Etikett in Sütterlinschrift…



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